Samstag, 26. Oktober 2019
Unterwegs
Wir sind jetzt schon einige Zeit unterwegs, haben uns aber entschlossen, diesmal keinen Blog online zu stellen. Sorry, falls jemand auf den Blog gewartet hat.
Samstag, 21. September 2019
Reise Oktober/November 2019
Für
unsere 41. Reise im südlichen Afrika planen wir ähnlich wie letztes Jahr eine Rundtour von Windhoek aus
nach Südosten in die Kalahari, dann nach Westen zur Namib bis Lüderitz, zurück ins Khomas-Hochland, von dort wieder durch die Namib bis zum Meer und nach Swakopmund. Zurück geht es Richtung Okahandja mit einigen Abstechern zu Gästefarmen.
Weil wir mit einem befreundeten Paar unterwegs sind, haben wir wieder mehr Selbstversorger-Häuser auf Farmen auf dem Programm und weniger Camping.
Weil wir mit einem befreundeten Paar unterwegs sind, haben wir wieder mehr Selbstversorger-Häuser auf Farmen auf dem Programm und weniger Camping.
Montag, 12. November 2018
Etusis bis Abflug
Di - 6.11.2018
Ovita
Früh laufen wir 7 km den Trail zum
Wasserfall, am hügeligen Rand eines Trockenflusses. Paviane rufen von den
Höhen. Der Wasserfall läuft tatsächlich noch leicht vom letzten Regen.
Etusis ist
landschaftlich und von den Laufstrecken her nicht so interessant wie wir uns
das vorgestellt hatten. Es ist auch die teuerste Unterkunft. Man merkt irgendwie
auch, dass Etusis von den derzeitigen Besitzern 1994 neu aufgebaut wurde und
dass deren Interesse nach mehr als 25 Jahren vielleicht nicht mehr so groß ist
wie früher.
Bis Karibib auf der Schotterpiste, dann auf
der Teerstraße 70 km nach Osten, bis es bei einem Abzweig wieder auf Schotter
weitergeht. Wir haben jetzt die ariden Gebiete verlassen und sind im Bushveld
mit mehr Büschen, Grasbewuchs und Bäumen. Auf der Nebenstraße sind acht
Farmtore zu öffnen, solche Pisten sind inzwischen eher selten.
In Ovita waren
wir vor ein paar Jahren schon mal campen, diesmal haben wir ein Chalet, es gibt
keine Selbstversorgerwohnungen. Die beiden Doppel-Chalets liegen am Rand eines
großen Damms, der jetzt noch so viel Wasser hat, dass fünf Hippos darin leben.
In Namibia gibt es außer im Caprivi kaum Hippos. Drumherum Lechwe Antilopen,
Impalas, Warzenschweine und viele Wasservögel, besonders Nilgänse. Von der
Küste her hat sich ein einzelner Pelikan verirrt.
Das Zentralgebäude hat eine erhöhte
Aussichtsplattform. Wenn der Damm voll ist (zuletzt am Ende der Regenzeit 2016)
ist er bestimmt ein eindrucksvoller Anblick.
Im Chalet nebenan ist ein
deutsches Ehepaar, ein Förster von den bayerischen Staatsforsten aus der Nähe
von Berchtesgaden. Sie mussten das Chalet nach der ersten Nacht wechseln, weil
sie vom Kratzen der Fledermäuse im Dach gestört wurden. Jetzt ist dort die
Decke geöffnet, und ein halber Schubkarren voll Fledermauskot steht davor.
Heute Nacht, wenn die Fledermäuse draußen sind, wird das Dach abgedichtet, dann
müssen sie eine neue Behausung suchen.
Zum Abendessen hausgemachte Oryx-Bratwurst,
Couscous, Gemüse.
Der Juniorchef Heiko ist sehr engagiert, er kocht
sogar selbst. Nach dem Essen führen wir eine interessante Unterhaltung und
erfahren viel über die aktuelle Lage Namibias. Zum Beispiel gibt es nur noch
30.000 Deutschstämmige aber schon 350.000 Chinesen mit steigender Tendenz. Seine
Mutter ist die Schwester des derzeitigen (weißen) Finanzministers Calle
Schlettwein.
Mi - 7.11.2018
Windhoek
Früh ein kurzer Spaziergang um den Damm. Um ½
8 Uhr gibt es Frühstück mit Wasserbock-Rauchfleisch, Mettwurst aus Giraffe und
Oryx-Salami.
Vom 8:15 bis 10 Uhr ein Gamedrive mit
Schwerpunkt Vögel, die ideale Jahreszeit wäre März/April, da gibt es 300 Arten.
So beschränkt es sich auf Booted Eagle, Schwalbenschwanz-Bienenfresser, Queleas
und Flughühner außer den vielen kleinen braunen.
| Damara Dikdik |
| Nyala Weibchen |
Die Fahrt nach Windhoek ist ereignislos, die
mehrspurige Schnellstraße ab Okahandja ist immer noch im Bau, aber gut zu
fahren, eine Seite ist fast fertig und dient als neue, breite Straße.
In Windhoek die üblichen Aufräum- und
Reinigungsarbeiten. Abends essen wir beim Utopia nebenan, ein gehobenes Hotel
mit Restaurant, ist okay, aber nicht weltbewegend. In den pseudo-schicken
Sesseln reicht das Kinn gerade bis zur Tischkante. Das nächste Mal gibt es wieder
Pizza beim Klein Windhoek Guesthouse.
Do - 8.11.2018
Abflug
Letztes Einräumen des Hilux, Manfred
repariert noch das Standlicht, und um 13:30 Uhr geht es zu Gorns, wo wir das
Auto zusammen mit Manfred Gorn in der großen Hallenanlage abstellen. Er stellt
inzwischen 85 Autos unter und baut weiter aus.
Die zwei Heimflugetappen sind zum Glück
pünktlich und ereignislos. Um 7:15 Uhr am nächsten Tag landen wir im Nebel in
München.
Tatsächliche Reiseroute:
2840 km in 30 Tagen
Montag, 5. November 2018
Sphinxblick bis Etusis
So - 4.11.2018
Etusis Farmhaus
Nachts beginnt das Blechvordach des
Schlafzimmerfensters Geräusche zu machen. Manfred meint erst, dass es
thermische Bewegungen durch Abkühlung sind, aber es sind Tropfgeräusche. Vom
Hauptdach tropft Tau in größeren Mengen auf das Fenster-Vordach herunter. Der
Himmel ist aber voller Sterne! Am Morgen ist es um das Haus herum nass, wo Wasser
vom Dach getropft ist. Erstaunlich, wie sich der Tau gebildet hat, es ist klar
und die Sonne scheint. Nur in der Ferne über dem Swakoptal ist dichter Küstennebel
hereingezogen, wir sind noch „über“ dem Nebel. Nach einiger Zeit zieht er aber auch
zu uns her, und für eine halbe Stunde ist die Sonne weg. Wir verschieben unsere
Morgenaktivität, bis es wieder klar wird.
| Morgendlicher Küstennebel im Swakop-Tal |
Wir fahren einen kleinen Rundkurs, vorbei an
der Wasserstelle, und wandern in ein paar felsigen Gebieten. Hier ist eine
sichere Gegend, kein Mensch lebt in weitem Umkreis, und wir lassen immer unser
Auto offen stehen, wenn wir wandern.
| Weißschwanzgnu |
Da wir keine zeitlichen Einschränkungen haben
und die nächste Etappe nur 100 km ist, bleiben wir bis Mittag. Das Farmhaus und
seine Umgebung sind wirklich ein schöner, friedlicher Ort.
Wir halten noch kurz am Haupthaus, dann geht
es Richtung Karibib, vorbei an einem Marmorsteinbruch, den wir früher schon mal
angeschaut hatten.
Die Piste kreuzt die Überreste der ersten Eisenbahn von 1903
von Swakopmund ins Hinterland. Von einem Bahnhofsgebäude stehen noch die Mauern
aus weißem Marmor, und man sieht Brückenstücke der Schmalspurbahn über einen
Trockenfluss.
Vor Karibib drehen wir ab nach Süden bis zur
Zufahrt der Etusis Lodge. Die Piste zur Lodge ist 16 km lang, und leider
ziemlich holprig durch Auswaschungen, hier hatte es vor drei Wochen stark
geregnet. Wir hatten im Frühjahr das große Selbstversorger-Farmhaus gemietet
(Platz für 7 Personen), aber als wir ankommen, werden wir zum „kleinen“
Farmhaus mit nur einem Schlafzimmer gebracht, das damals angeblich nicht
buchbar war, weil es renoviert wird. Es ist aber auch okay mit Wohnküche, SZ,
Bad und kleiner Terrasse. Es ist etwas abgelegen, etwa 200 m vom Haupthaus
entfernt, ruhig und mit weiter Sicht.
Erstaunlicherweise hat es eine FritzBox
mit WLAN, so brauchen wir für Internet nicht zur Rezeption, das ist praktisch.
Mobilfunk gibt es wieder mal keinen. Die Lodge gehört einer Familie aus
Deutschland, die auf dem Gelände ein großes eigenes Haus hat, wenn sie mal hier
ist. Geführt wird sie von einem Manager-Paar.
Um 16 Uhr spazieren wir zum Hauptgebäude, da
gibt es Kaffee und Gebäck. Einige Lodge-Gäste liegen am Pool, das wäre gar
nicht unsere Art. Das Restaurant schaut auf einen großen Damm, der jetzt aber
leer und trocken ist. Ein zahmes Zebra trottet herum. Ein paar große
Schildkröten auf dem Gelände werden eingesammelt und für die Nacht weggebracht.
| Zahmes Zebra auf Etusis |
Wir grillen den Rest unseres Kudufilets. Der
Wind ist so heftig, dass wir die Terrasse nicht zum Essen benutzen können,
sondern unseren Campingtisch im Windschatten des Hauses aufstellen. Später legt
sich der Wind, und wir können wieder Sterne anschauen.
Mo - 5.11.2018
Etusis Farmhaus
Früh vor 6 färbt sich der Horizont im Osten
rot-orange, darüber der abnehmende Mond und ganz hell die Venus. Wir starten
eine Wanderung zum Etusis-Damm, laut Schild 4,2 km entfernt, es werden aber
mehr als 5. Unterwegs ein paar Kudus und drei Trupps von Bergzebras, wir hören
sie immer erst durch ihr Hufgeklapper, bevor wir sie sehen. Lästig sind
Fliegen, besonders in Senken, weniger sind es an schattigen Stellen.
Der Damm wäre 6 ha groß, wenn er voll wäre,
aber auch er ist noch ganz leer und wartet auf die richtige Regenzeit. Eine
Wegbeschreibung sagt, dass ein Rückweg über die Schlucht hinter der Dammmauer
möglich wäre. Das müssen wir als „Bergziegen“ natürlich probieren. Das Tal ist
eng und steil, und am Anfang fast nicht begehbar. Neben Felsen dichtes
trockenes Schilfgras, das umliegt, wir befürchten manchmal, darin einzusinken. Schließlich
wird es aber breiter, und wir stoßen auf eine alte Piste, der wir bis zur Lodge
folgen. Es werden über 11 km und 3 ½ Stunden. Zum Glück ist es noch nicht so heiß.
| Nach dem Regen blühen erstaunliche Pflanzen |
| Hoodia |
| Skurrile Felsformationen |
Ab 12 Uhr bläst ein so starker Wind, dass wir
nicht auf der Terrasse bleiben können, Camping wäre jetzt unangenehm.
Sonntag, 4. November 2018
Gobabeb bis Sphinxblick
Mi - 31.10.2018
Swakopmund
Früh noch ein kurzer Walk mehr in Flussnähe
zu einigen Felsformationen. Wir finden ein komplettes Springbockgehörn. Wir
zahlen für die Übernachtung 510 N$ pro Person und Nacht, das ist ziemlich
günstig.
Die Weiterfahrt geht 100 km entlang des
Kuiseb bis Walvis Bay, sie läuft allerdings meist ein ganzes Stück vom Fluss
entfernt. Überall sind sehr primitive Siedlungen der Topnaar. Wir fragen uns,
wie man da leben kann, denn außer direkt am Fluss ist es baum- und strauchlos.
| Topnaar-Siedlung |
Später kommen mehr Anzeichen von Zivilisation, meist in Form von großen
Wassertanks, weil Walvis Bay sein Trinkwasser aus dem Untergrund des Kuiseb-Trockenflusses
bezieht.
In Walvis Bay kaufen wir unsere
Scheibenwaschpumpe. Erstaunlich, was für ein 22 Jahre altes Auto noch so
einfach gibt.
Dann zur Lagune am südlichen Ortsrand, dort
sind am Meer entlang viele Parkplätze, und man kann den Tausenden von Flamingos
zuschauen, die im flachen Wasser nach Nahrung sieben. Ein paar Robben strecken
rückenschwimmend ihre Flossen in die Höhe. Und viele Seevögel am Strand.
| Seafront in Walvis Bay |
| Im Hintergrund die Hafenkräne in Walvis Bay |
Auf der Küstenstraße geht es 30 km bis
Swakopmund, wo wir gleich unsere Übernachtung ansteuern, die hübsche Chala-Kigi
Selbstversorgerwohnung am Stadtrand mit Blick auf die angrenzenden Sanddünen. Sie
ist im Privathaus eines älteren deutsch-holländischen Paares, Trudi und Karl.
An der Küste ist es wie immer kälter geworden, durch die kalte
Benguela-Strömung im Meer.
Am Nachmittag spazieren wir noch kurz zum
nächsten Supermarkt, um etwas fürs Frühstück zu kaufen. Und durch den riesigen
Friedhof auf der gegenüberliegenden Seite der Wohnung, wo es sehr alte Gräber
gibt, viele mit deutschen Namen.
Abends zum Dinner ins Bluegrass-Restaurant
bei der neuen Shopping-Mall, die „Platz am Meer“ (deutsch!) heißt. Als
Vorspeise gibt es Austern und zarte gegrillte Calamari, dann gemischte
Fischplatte und Kingklip mit Salat und sahnigem Spinat. Das Lokal ist quasi in
die Meeresbrandung hineingebaut, von unserem Fensterplatz sehen wir die Brecher
neben uns ans Land rollen. Das Auto ist hinterher von einem Schleier der
salzigen Gischt überzogen.
Do - 1.11.2018
Swakopmund
Das Apartment hat sogar eine Waschmaschine,
das ist gut, um die Bettwäsche aus dem Zelt zu waschen, weil wir diesmal nicht
mehr campen.
Vormittags laufen wir ins Stadtzentrum, das
sind nur 1,5 km, und klappern einige Sehenswürdigkeiten ab, die wir vorher
schon ausgesucht hatten. Am alten Landungssteg reichen die Brecher bis über den
Fußweg und tosen ganz laut. Ein paar deutsche Buchläden, viele
Souvenirgeschäfte, Gebäude aus der Kolonialzeit, zum Beispiel das Woermann
Haus. Hier kann man den Turm besteigen, wenn man sich in einem Büro den
Schlüssel geben lässt.
| Woermann Turm |
Nebenan eine Bilderausstellung lokaler Künstler. Wir
sind erstaunt, dass die Stadt gar nicht voll ist, wir kennen sie viel quirliger
und chaotischer. Im Cafe Anton isst Manfred einen Käsekuchen, Beatrix die
Tagessuppe, die sich nach mehreren Verständnisproblemen nicht als „butter-toe“,
sondern als potatoe herausstellt.
| Hohenzollernhaus in Swakopmund |
| Landungssteg |
Nachmittags baut Manfred die
Scheibenwaschanlage ein. Außerdem vibriert der Schnorchel, er braucht neues
Dämpfungsmaterial. Und vom Standlicht hat die Rüttelei eine Plastik-Halterung
abgebrochen, hier hilft 2-Komponenten-Kleber.
Trudi erwischt eine Frau, die mit einem Auto
an der gegenüberliegenden Straßenseite hält und Sand aus mehreren Eimern
ablädt. Die Nebenstraßen sind kein Teer, sondern „Salzstraßen“, wie harter
Sand. Die Gehsteige sind manchmal Sand. Trudi schimpft und lässt die Frau ihren
Sandhaufen wieder aufladen.
Eigentlich wollten wir zum Buffet im „Old
Steamer“ Restaurant, aber sie sind fully booked. Wir überlegen herum und
beschließen, dass wir zum Sophia Dale Restcamp bei den Swakop-Farmen fahren,
dort waren wir schon öfter, und Manfred Lütz ist ein hervorragender Koch. Aber
das Telefon klingelt, und Old Steamer ruft uns an, weil sie eine Absage haben,
das ist ein unglaublicher Service.
Also laufen wir dorthin, 25 Minuten Richtung
Meer und Swakop River-Mündung, die breiten Straßen sind schon fast wie
ausgestorben. Die Geschäfte hier schließen zeitig, manche um 17 Uhr, die
letzten um 19 Uhr. Es ist ein tolles Buffet mit riesiger Auswahl an Fisch,
Fleisch, Meeresfrüchten, Salaten etc. und kostet nur 225 N$ (13,50 Euro). Das
Personal ist sehr freundlich und aufmerksam und nicht aufdringlich. Es fällt
positiv auf, dass die Gäste gestern und heute überhaupt nicht irgendwie
herausgeputzt sind, sondern ganz leger angezogen.
Fr - 2.11.2018
Sphinxblick Farm
Früh fahren wir zum Namaqa Meat Market, wo
wir 1.2 kg Kudufilet erstehen, und kaufen für die nächsten vier Tage beim
Superspar ein.
Die Hauptstraße in Inland Richtung Windhoek
ist ziemlich voll, es ist die einzige Teerstraße von der Küste ins Hinterland.
Sie steigt beständig bis auf 1100 m an. In Usakos drehen wir nach Süden auf die
übliche Schotterpiste ab, die aber zum Glück in gutem Zustand ist. An einigen
Stellen Spuren von Starkregen, der Belag ist weggeschwemmt. Die Landschaft ist
karg, sie hat noch nicht viel Regen abbekommen.
Nach 60 km auf der Piste erreichen wir die
Farm Sphinxblick, benannt nach Bergen nahebei, die eine Sphinxform haben.
Sie
haben Pferde zum Reiten, ansonsten ist es eine reine Jagdfarm mit Wild. Das
Haupttor ist verschlossen, was uns erst verwirrt, aber über einen Nebeneingang
fahren wir rein. Die Besitzer sind nicht da, es begrüßt uns Friedhelm Sack, der
die Vertretung macht. Was wir zahlen sollen weiß er nicht, wir geben ihm den Betrag,
den wir vor 8 Monaten vereinbart hatten. Er beschreibt den Weg zu unserem Haus:
quert die Pad, durch ein Gatter, dann immer am Zaun lang 10 km. Wir fahren los,
aber irgendwann biegt der Zaun ab. Manfred zweifelt, ob wir richtig sind, und
wir fahren nochmal 3 km zurück zum Nachfragen. Ja, der Zaun biegt mal nach
rechts ab. Also wieder zurück und immer weiter nach Süden. Über einen flachen
Hügel, unten im Tal ein Windrad mit Tränke, eine kleine Gruppe Gnus. In der
Ferne die Berge, in die sich der Swakop River eingegraben hat.
Das Haus auf dem Farmteil Vredelus liegt
völlig einsam in der kahlen Landschaft, in einer kleinen, grünen Oase. Im
Garten wachsen Büsche, Köcherbäume, Kakteen und Fever Trees und kleine
Dornbäume. Hier leben einige Rußnektarvögel, die immer laut zwitschernd
herumfliegen. Das Haus wird gar nicht für Touristen angeboten, wir haben davon
durch Zufall über die Webseite eines sächsischen Kletterers – Hasso Ganze –
gehört. Vermutlich sind hier manchmal Jagdgäste, wenn sie nicht im Haupthaus
übernachten. Das Haus ist schon recht alt, hat drei Schlafzimmer, eine große
Küche mit Wohnecke mit Sofas und eine riesige überdachte Terrasse, die sogar
teilweise eine Glasfront als Windschutz hat. Es gibt Solarstrom und auch einen
großen 12 V Kühlschrank. Nebenan 200 m weg gibt es noch ein zerfallenes Haus, an
dem renoviert wird. 1 km entfernt ist „Ayers Rock“, ein runder Inselberg, eine
kleine Variante des australischen Originals.
| Farmhaus Vredelus |
| Blick vom Wohnzimmer auf den „Ayers Rock“ |
Abends „quaken“ Rüppelstrappen, es müssen
zwei oder sogar drei Paare dieser großen Trappen sein. Und natürlich klicken in
der Dämmerung die Barking Geckos.
Sa - 3.11.2018
Sphinxblick Farm
Morgens wachen wir vor 6 Uhr auf und sehen
aus dem Schlafzimmer einen leuchtend orangen Osthimmel, da muss man einfach
aufstehen. Ein Nektarvogel fliegt auf die Terrasse und pickt im Flug Insekten
von der Glasfront, lebt also nicht nur von Nektar. Gestern hatten wir
Giraffenspuren gesehen, und beim Frühstück sehen wir zufällig eine Giraffe an
einer Tränke weiter weg. Giraffen hätten wir hier nicht erwartet, es ist ja
keine Savanne.
Wir fahren zum Ayers Rock und klettern hoch.
360 Grad Panorama, im Süden die Berge der Mondlandschaft entlang des
Swakop-Rivers verschleiert von Staub und Küstennebel.
Wir dürfen auf den Farmwegen herumfahren, so nehmen wir eine Piste, die nach Süden führt. Wir wollen sehen, wie weit wir zum Swakop kommen. Die Piste ist erstaunlich gut, sogar wenn sie über Felsabschnitte geht. Ein Strauß und ein paar Zebras zeigen sich. Aufpassen muss man, sobald die Piste an einem Kameldornbaum vorbeiführt. Da liegen immer abgebrochene Ästchen mit Dornen, die größeren durchdringen jeden Reifen. Also anhalten und die Spur absuchen. Wir kommen knapp 10 km weit, zum Zusammenfluss zweier Trockenflusstäler, da sehen wir, dass es steiler und unwegsamer wird. Zum Swakop sind es sicher noch 6 km, aber das wollen wir nicht mehr fahren.
| „Ayers Rock“ |
| Farmhaus Vredelus |
Wir dürfen auf den Farmwegen herumfahren, so nehmen wir eine Piste, die nach Süden führt. Wir wollen sehen, wie weit wir zum Swakop kommen. Die Piste ist erstaunlich gut, sogar wenn sie über Felsabschnitte geht. Ein Strauß und ein paar Zebras zeigen sich. Aufpassen muss man, sobald die Piste an einem Kameldornbaum vorbeiführt. Da liegen immer abgebrochene Ästchen mit Dornen, die größeren durchdringen jeden Reifen. Also anhalten und die Spur absuchen. Wir kommen knapp 10 km weit, zum Zusammenfluss zweier Trockenflusstäler, da sehen wir, dass es steiler und unwegsamer wird. Zum Swakop sind es sicher noch 6 km, aber das wollen wir nicht mehr fahren.
| Faszinierende Felsformationen |
Zurück am Haus vorbei noch in eine Gegend mit
bizarren Felsen. Sie sind zwar nicht so spektakulär wie nebenan auf Farm
Wüstenquell oder an der Blutkuppe, aber wir hätten sie hier gar nicht erwartet.
Am Haus schreibt Manfred am Blog, seit
Gobabeb wurde er vernachlässigt. Das einzige kleine Manko am Haus ist, dass wir
kein warmes Wasser haben. Es gibt zwar auf dem Dach ein Solarsystem mit Tank,
aber irgendwie kommt da nichts warm. Im Kreislauf ist auch ein Donkey-Boiler,
den heizen wir an, aber er scheint das warme Wasser nur aufs Dach zu
transportieren, von wo es nicht zurückkommt. Vielleicht müssten wir das Wasser
so lange laufen lassen, bis der isolierte Tank auf dem Dach mit dem Donkey
Wasser gefüllt worden ist, aber das wäre eine große Verschwendung. Und wir sind
ja nicht in der Arktis, sondern können auch mal kalt duschen.
Am Nachmittag ziehen 25 Gnus zu der Wasserstelle, wo wir die Giraffe gesehen hatten. Abends grillen wir das Kudufilet aus Swakopmund, aber leider hat es etwas mehr Wildgeschmack als wir gewohnt sind. Der Wind bleibt beständig, wir sitzen am Rand der Terrasse, das schränkt leider die Sicht auf den tollen Sternhimmel ein.
Am Nachmittag ziehen 25 Gnus zu der Wasserstelle, wo wir die Giraffe gesehen hatten. Abends grillen wir das Kudufilet aus Swakopmund, aber leider hat es etwas mehr Wildgeschmack als wir gewohnt sind. Der Wind bleibt beständig, wir sitzen am Rand der Terrasse, das schränkt leider die Sicht auf den tollen Sternhimmel ein.
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